Salz, eingenäht in den Saum eines Kleidungsstückes.
Unsichtbar. Wirksam.
Gegen den Blick, der dir nicht wohlgesonnen ist.
Die Geste, die von jemandem kommt, den wir nie getroffen haben.
Den Namen, der anders klingt, je nachdem, wer ihn sagt.
Das Rezept, das in den Händen lebt, nicht auf dem Papier.
Wir tragen Dinge am Körper, die nie aufgeschrieben wurden.
Wer hat sie dir beigebracht?
Wer hat das Salz in deinen Saum eingenäht, bevor du wusstest, dass du es brauchst?
Manche Sprachen haben Wörter für Dinge, die anderswo keinen Namen haben.
Was passiert mit diesen Dingen, wenn die Sprache geht?
BRACHE sucht für die vierte Ausgabe literarische und illustrative Beiträge, die dem Mündlichen nachgehen: Familienlegenden, Schutzrituale, Ortsgeschichten, Rezepte ohne Maße, Streitgespräche, Schweigen, alles was von Mund zu Mund geht und sich dabei verwandelt.
Der Open Call richtet sich an alle Menschen, die im Ruhrgebiet leben und/oder einen Bezug zum Ruhrgebiet haben.
Besonders eingeladen sind jüdische Autor*innen und Künstler*innen und alle mit Diaspora-Erfahrung – das Salz im Saum kennen viele von uns.
Eingereicht werden können:
- Prosa/Essay (max. 12.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
- Lyrik (max. 5 Beiträge)
- Illustrationen (max. 3 Beiträge)
- Comic Strips (max. 2 Beiträge)
Alle Einsendungen bitte als Word-Datei (Times New Roman, 12pt) oder druckfähige JPG-Datei schicken. Kurzvita separat, max. 500 Zeichen inkl. Leerzeichen.
Die Beiträge müssen unveröffentlicht sein. Aus drucktechnischen Gründen können grafische Inhalte nur einfarbig gedruckt werden.
Einsendungen bis zum 5. Oktober 2026 an: einsendungen@brache-literatur.de